Abschluss einer Lebensversicherung für Homosexuelle manchmal problematisch

Lebensversicherung Vergleich Einige Versicherungsgesellschaften verlangen vor dem Abschluss einer Lebensversicherung bei homosexuellen Personen einen HIV-Test beim Gesundheitscheck.

Es ist dabei grundsätzlich unerheblich, ob es sich beim Abschluss um eine Risikolebensversicherung oder eine kapitalbildende Lebensversicherung handelt. Vorurteile und Klischees halten sich oft jahrzehntelang. Dies gilt auch oder vielleicht sogar besonders bei den Vertretern einiger Versicherungsgesellschaften.

Da dieser Artikel nicht zur Diskriminierung einzelner Versicherer führen soll, wird an dieser Stelle auf die konkrete Nennung von Namen verzichtet. Vielleicht ändern ja die Gesellschaften kurzfristig auch ihre Verträge.

In einem konkreten Fall hatte ein betroffener Mann den Fall öffentlich gemacht. Die betroffene Versicherungsgesellschaft nahm dazu Stellung und meinte, dass sie immer in einem Fall, wenn ein Mann einen anderen nicht eng verwandten Mann als Bezugsberechtigten der Versicherungsleistung angäbe, einen HIV-Test verlange. Das wäre auch bei anderen Versicherern gängige Praxis. Schließlich müsse man eine Risikominimierung beim Abschluss einer Lebensversicherung vornehmen und es sei erwiesen, dass homosexuelle Männer deutlich häufig an AIDS erkrankten als heterosexuelle Männer. Dementsprechend sei das Todesrisiko deutlich erhöht, zumindest solange, wie es keine Heilungschancen für die Immunschwächekrankheit gäbe.

Eine solche Praxis wird von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) als diskriminierend eingestuft. Zwar könne ein Versicherer vor dem Abschluss einer Lebensversicherung einen Gesundheitstest verlangen, der auch das Risiko der HIV-Infizierung einschließt, allerdings könne dieser HIV-Test dann nicht ausschließlich von der sexuellen Orientierung des an der Versicherung Interessierten abhängig gemacht werden. Es ist zu wünschen, dass durch die Veröffentlichung solcher Hinweise, die gängige Praxis einiger Lebensversicherer bald „der Geschichte“ angehört.

Zurück

Ähnliche Artikel
Nicht ohne private Unfallversicherung in die Motorradsaison starten!
Pünktlich zum Beginn der Motorradsaison empfehlen Experten eine private Unfallversicherung, denn gerade bei Motorradfahrern ist die Gefahr eines Unfalls sehr hoch. Vor kurzem sind viele in die …

weiterlesen »

Private Unfallversicherung: Schadensmeldung ist für Zahlung der Invaliditätsleistung ausreichend
Um die Invaliditätsleistung aus einer privaten Unfallversicherung in Anspruch zu nehmen, reicht eine Schadensmeldung durch den Versicherungsnehmer aus, entschied das OLG Hamburg. Jahrelang schwelte …

weiterlesen »

Private Unfallversicherung muss auch zahlen, wenn Unfall nicht Schadensereignis war
Der BGH (Bundesgerichtshof) befasste sich mit der Leistungspflicht der privaten Unfallversicherung. Demnach muss diese nun auch zahlen, wenn der Unfall nicht ursächlich für den Schaden war. Bis zur …

weiterlesen »