Für Tätigkeiten im Home Office besser private Unfallversicherung abschließen

Für Tätigkeiten im Home Office besser private Unfallversicherung abschließen

Viele Menschen sind mittlerweile im Home Office tätig. Sie sollten eine private Unfallversicherung abschließen, denn Tätigkeiten von Zuhause aus sind nicht über die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt. Das hat unlängst das Bundessozialgericht in Kassel entschieden.

Obwohl die Zahl der von Zuhause aus arbeitenden Menschen beständig wächst, nimmt die Tätigkeit im Home Office längst nicht den gleichen Stellenwert ein wie die Tätigkeit in einem Unternehmen. Dies zumindest aus versicherungstechnischer Sicht.

Das Bundessozialgericht in Kassel hatte unlängst über einen Fall zu entscheiden, bei dem sich eine Arbeitnehmerin während ihrer Berufsausübung in den eigenen vier Wänden verletzte. Da sie im Auftrag ihres Arbeitgebers tätig war, sollte es sich hier als logische Schlussfolgerung um einen Arbeitsunfall handeln. Dem ist allerdings nicht so.

Private Unfallversicherung im Home Office nötig da gesetzliche Zahlung verweigert

Die Frau war auf dem Weg zur Küche auf einer Treppe gestürzt und hatte sich das Bein gebrochen. Der Unfall wurde ordnungsgemäß bei der Unfallkasse angezeigt, doch diese verweigerte die Zahlung. Daraufhin reichte die Verunfallte eine Klage ein, die in erster Instanz abgewiesen wurde.

Als Begründung gab der zuständige Richter an, dass es nicht notwendig wäre, den Gang zur Küche zum Zwecke der Nahrungsaufnahme über die gesetzliche Unfallversicherung abzusichern. Das zweitinstanzliche Gericht hingegen war auf der Seite der Klägerin, da das Büro ausschließlich über die Treppe zu erreichen war, auf der der Sturz passierte.

Höchstrichterliche Entscheidung bringt Klarheit zu Tätigkeiten im Home Office

Zu guter Letzt blieb nur der Gang vor das Bundessozialgericht in Kassel. Eine höchstrichterliche Entscheidung sollte Klarheit bringen und ist zudem richtungsweisend für zukünftige, ähnlich gelagerte Fälle. Demnach ist ein Versicherter für die in seiner privaten Wohnung gegebenen Risiken selbstverantwortlich.

Ein Unfall hier, selbst wenn er während der Arbeit geschieht, liegt nicht im Verantwortungsbereich des Arbeitgebers, sprich der gesetzlichen Unfallversicherung. Wer also im Home Office bei Unfällen ausreichend abgesichert sein möchte, sollte über eine private Unfallversicherung nachdenken. Diese leistet in der Regel bei jeder Art von Unfall, unabhängig davon, ob dieser in der Freizeit oder während der Arbeitszeit passiert.

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