Ist eine private Unfallversicherung für Rentner und Senioren sinnvoll und was gibt es dabei zu beachten?
Erich Aiwanger
Eine private Unfallversicherung für Rentner und Senioren ist in den meisten Fällen sinnvoll. Aber wie überall gibt es auch hier einiges zu beachten, so dass Sie das Optimum für Ihre Bedürfnisse heraus holen können.
„Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an“ hat Udo Jürgens gesungen. Die Golden Ager sind heute deutlich aktiver als noch eine Generation zuvor und dies gilt es zu berücksichtigen.
Eine private Unfallversicherung rückt deshalb stärker in den Fokus. Auch wenn man sich bereits ganz oder teilweise aus dem Berufsleben zurück gezogen hat, sollte man dieses Thema näher betrachten. Dieser Artikel soll Ihnen helfen dies besser zu verstehen, Fachbegriffe zu erklären und auf was man hier besonders Wert legen sollte.
Warum eine private Unfallversicherung für Rentner und Senioren sinnvoll ist?
Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Stürze und andere Unfälle deutlich. Man beachte nur die schweren und stetig steigenden Unfälle im Zusammenhang mit E-Bikes. Gleichzeitig sind die Folgen typischer Altersverletzungen oft schwerwiegender und die Genesung dauert länger. Eine private Unfallversicherung kann hier finanzielle Unterstützung bieten. Die private Unfallversicherung für Rentner und Senioren berücksichtigt dabei den Bedarf dieser Zielgruppe.
Die Absicherung einer Invaliditätsleistung als einmalige Kapitalzahlung ist der Grundpfeiler der privaten Unfallversicherung. Mögliche Einkommensausfälle müssen nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben nicht mehr abgesichert werden. Überlegen Sie, welche Kosten auf Sie zukommen, wenn Sie durch einen Unfall in Ihrer Mobilität eingeschränkt sind: ein Umbau des Hauses oder der Wohnung, zum Beispiel ein Treppenlift, vielleicht sogar ein Umzug, die Anschaffung eines geeigneten Fahrzeugs? Die Versicherungsleistung sollte diese Kosten abdecken. Die Grundsumme muss dafür gar nicht besonders hoch sein. Eine sogenannte Progression sorgt in vielen Verträgen dafür, dass die Kapitalzahlung bei schweren Unfallfolgen überproportional steigt. Alternativ bieten einige Verträge eine Restkostenübernahme – bezahlt wird, was nach Inanspruchnahme der Kranken- bzw. Pflegeversicherung noch offen ist. Eine Wohn- und Mobilitätsberatung ist bei manchen Versicherern im Versicherungsschutz enthalten.
Im Gegensatz zu einer einmaligen Kapitalleistung, ist eine Unfallrente bei Seniorentarifen ebenso möglich. Die Rente kann auch im höheren Alter sinnvoll sein, wenn durch den Unfall dauerhaft vermehrte Bedürfnisse finanziert werden müssen.
Krankenhaustagegeld und Genesungsgeld ermöglichen die sorgenfreie Inanspruchnahme von Extras im Krankenhaus und bei einer eventuell erforderlichen Reha oder Kur, ohne dass Sie sich über die möglichen Kosten Gedanken machen müssen.
Wichtig im Seniorenpaket sind vor allem die Leistungen, die exakt auf die Generation 60+ abgestimmt sind. Das ist zum Beispiel ein besonderes Schmerzensgeld nach einem Oberschenkelhalsbruch, leider eine sehr häufige und langwierige Unfallfolge bei Senioren. Auch Assistance-Leistungen wie Hilfe im Haushalt, Begleitung bei Arzt- und Behördengängen, Fahrdienste, Haustierbetreuung, Installation eines Hausnotrufs, Pflegeleistungen und Pflegeschulungen für Angehörige sowie Beratung bei Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung sind wichtige Bausteine, die in einer guten Senioren-Unfallversicherung abgedeckt werden können.
Neben der richtigen Auswahl der Leistungen ist auch zu prüfen, was nach den jeweiligen Versicherungsbedingungen überhaupt als Unfall gilt. Ein Sturz aufgrund einer durch Herz-Kreislauf-Probleme verursachten Bewusstseinsstörung ist in älteren Bedingungen oft ausgeschlossen, sollte aber in einem Seniorentarif unbedingt versichert sein. Auch die Eigenbewegung – also zum Beispiel Umknicken des Fußes – sind im engen Sinn keine Unfälle, werden in umfassenden Tarifen aber dennoch versichert.
Gesetzliche Leistungen: Warum sie meist nicht ausreichen
Viele Senioren gehen davon aus, dass die gesetzliche Unfallversicherung im Ernstfall einspringt. Doch das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Die gesetzliche Unfallversicherung leistet nur bei Unfällen, die
- im Zusammenhang mit der Arbeit stehen oder
- auf dem direkten Weg zur oder von der Arbeit passieren.
- Außerdem besteht Versicherungsschutz bei der Ausübung öffentlichen Ehrenämter, zum Beispiel als Wahlhelfer, Seniorenbeirat oder im Kirchenvorstand.
Für Rentner, die viel Zeit im Haushalt oder in der Freizeit außer Haus verbringen, bedeutet das: Private Unfälle – also die überwältigende Mehrheit – sind nicht abgesichert. Das betrifft auch ehrenamtliches Engagement in Vereinen, wenn diese Tätigkeit nicht im Auftrag oder mit Einwilligung öffentlicher Einrichtungen ausgeübt wird. Damit entsteht eine deutliche Versorgungslücke, die nur eine private Unfallversicherung schließen kann.
Beitragszuschläge: Warum Seniorentarife meist teurer sind
Viele Versicherer verlangen für Seniorentarife höhere Beiträge, die mit fortschreitendem Alter sogar noch steigen können. Der Grund ist simpel: Das Unfallrisiko ist höher, und damit auch die Wahrscheinlichkeit, dass Leistungen in Anspruch genommen werden. Aber auch die oben dargestellten Zusatzleistungen müssen bezahlt sein. Das sind aber keine Argumente gegen eine Unfallversicherung für die Aktivgeneration. Denn trotz höherer Beiträge kann ein gut gewählter Tarif im Fall des Falles enorme finanzielle Entlastung bringen.
Altersgrenzen bei der Antragsannahme
Ein Höchstalter für die Unfallversicherung gibt es seit vielen Jahrzehnten nicht mehr. Nicht versicherbar sind nur Personen, die aufgrund gesundheitlicher Beeinträchtigungen dauerhaft auf fremde Hilfe angewiesen sind. Das ist in der Regel bei einem Pflegegrad 3 oder höher nach dem Sozialgesetzbuch XI der Fall.
Viele Versicherer setzen aber Altersgrenzen, bis zu denen ein Neuabschluss möglich ist – häufig zwischen 70 und 75 Jahren, manche Anbieter auch darüber hinaus. Wichtig ist daher, sich frühzeitig zu informieren, bevor bestimmte Tarife nicht mehr verfügbar sind. Einige Versicherer bieten spezielle Seniorentarife an, die auch im hohen Alter noch abgeschlossen werden können.
Vorerkrankungen: Gesundheitsfragen und Alternativen
Im höheren Alter sind Vorerkrankungen keine Seltenheit. Viele Versicherer stellen deshalb Gesundheitsfragen und lehnen Anträge bei bestimmten Diagnosen ab oder verlangen Zuschläge. Eine sehr interessante Alternative ist eine private Unfallversicherung ohne Gesundheitsfragen oder Gesundheitsprüfung. Solche Tarife sind besonders dann attraktiv, wenn Sie bereits ernsthaftere Unfälle oder Vorerkrankungen hatten und eine „normale“ Police bei anderen Unternehmen nur mit Beitragszuschlägen, Ausschlüssen oder im schlimmsten Fall zu einer Ablehnung führen würde.
Ein sehr wichtiger Punkt, der gerade im Alter relevant wird, ist die Anrechnung von Vorerkrankungen (Mitwirkungsanteil). Er beschreibt, wie stark eine bestehende gesundheitliche Beeinträchtigung die Unfallfolgen verschlimmert hat. Hierzu ein Beispiel: Wenn eine Vorerkrankung zu 40 % zur Invalidität beiträgt, kann der Versicherer die Leistung entsprechend kürzen.
Üblicherweise werden bestehende Krankheiten ab einem Mitwirkungsanteil von 25 % bei der Berechnung der Versicherungsleistung berücksichtigt. Dieser Prozentsatz wird in der Vital-Generation häufig überschritten, auch wenn sich die Menschen noch völlig fit fühlen. Einige Tarife bieten für diese Zielgruppe einen verbesserten Mitwirkungsanteil bei der privaten Unfallversicherung, die erst ab einem höheren Mitwirkungsanteil (z. B. 50 %) eine Kürzung vorsehen oder diese Einschränkung gänzlich streichen.
Wie findet man den passenden Tarif?
Die Beitrags- und Leistungsunterschiede zwischen der Vielzahl von verschiedenen Anbietern sind sehr groß, und gerade bei dem besonderen Bedarf der dynamischen 60+ Menschen lohnt sich ein Vergleich besonders. Unser sehr umfassender Unfallversicherung Vergleich zeigt übersichtlich und auf einen Blick,
- welche Tarife für Senioren geeignet sind,
- welche Leistungen enthalten sind,
- welche Versicherer auch im hohen Alter noch Neukunden annehmen,
- welche Beiträge erhoben werden.
Fazit: Private Unfallversicherung im Alter – meist sinnvoll, aber bitte gut vergleichen!
Eine private Unfallversicherung kann für Rentner und Senioren sehr sinnvoll sein, da
- Senioren viel länger fit und aktiv bleiben,
- das Unfallrisiko dennoch steigt,
- gesetzliche Leistungen kaum greifen und
- finanzielle Belastungen nach einem Unfall hoch sein können.
Wichtig ist jedoch, auf folgende Punkte zu achten:
- bedarfsgerechte Leistungen
- Beitragshöhe und Tarifdetails
- Altersgrenzen bei der Antragsannahme
- Umgang mit Vorerkrankungen
- faire Mitwirkungsanteile
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