Private Pflegeversicherung wird immer wichtiger

Richtig teuer kann ein jahrelanger Pflegefall werden, weshalb der rechtzeitige Abschluss einer privaten Pflegeversicherung anzuraten ist.

Wie die derzeit größte deutsche Krankenkasse, die Barmer GEK kürzlich in ihrem Pflegereport 2012 feststellte, kommt die gesetzliche Pflegeversicherung gerade einmal für die Hälfte der bei einem Pflegefall durchschnittlich anfallenden Kosten auf. Fünfzig Prozent der Kosten muss der Patient aus eigener Tasche drauflegen. Kann er dies nicht, müssen gegebenenfalls nahe Verwandte zahlen oder der Staat wird zur Kasse gebeten.

Hier soll jetzt eine neue staatlich geförderte Pflegezusatz-Versicherung zum Tragen kommen. Die als Pflege-Bahr (nach dem Gesundheitsminister) volkstümlich benannte Versicherung soll ab 2013 in Kraft treten, kommt allerdings im Barmer-Bericht alles andere als „gut weg“. Weshalb? Hier eine kurze Zusammenfassung.

Die Fördertarife der neuen privaten und zusätzlichen Pflegeversicherung sind mit einer ganzen Reihe von Nachteilen behaftet. Das betrifft zunächst die Vertragsform. Pflege-Bahr wird ausschließlich über Tagegeld-Verträge gefördert. Rentenversicherungen mit einer Pflegeabsicherung oder Pflegekostenversicherungen werden nicht gefördert. Als Mindestleistung muss in der Versicherungspolice eine monatliche Zahlung von 600 Euro für die Pflegestufe 3 vereinbart sein. Andernfalls gibt es auch keinen staatlichen Zuschuss.

Die geförderten Verträge sind an eine Wartezeit von 5 Jahren gebunden. Das heißt, die Pflegebedürftigkeit darf frühestens 5 Jahre nach Abschluss der Police eintreten, damit die Förderbedingungen erfüllt sind. Zwar können auch bereits erkrankte Bürger eine entsprechende Zusatzversicherung für die Pflege abschließen, sie dürfen aber noch nicht pflegebedürftig sein (und es eben auch in den nächsten fünf Jahren nicht werden).

Positiv anzumerken sei jedoch, dass die Versicherungstarife beim Pflege-Bahr eine Leistung für alle Pflegestufen enthalten müssen, auch für die sogenannte Pflegestufe 0, die bei Demenzerkrankungen derzeit noch immer so festgesetzt wird.

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