Privathaftpflichtversicherung und Co - was brauche ich als Berufsanfänger?

Privathaftpflichtversicherung und Co - was brauche ich als Berufsanfänger?

Tausende Berufsanfänger starten in den nächsten Wochen in das Arbeitsleben. Das wirft die Frage auf: Privathaftpflichtversicherung und Co – welchen Versicherungsschutz brauche ich eigentlich?

Der Start ins Berufsleben steht bevor. Endlich das erste eigene Geld verdienen und endlich zur Welt der Erwachsenen gehören. Dass das nicht immer ohne Probleme abläuft, merken Azubis meist schon nach kurzer Zeit.

Für vieles trägt man plötzlich selber Verantwortung. Der richtige Versicherungsschutz für einen Berufsanfänger zählt beispielsweise dazu. Was brauche ich, was brauche ich nicht? Das sollte von Anfang geklärt sein, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

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Die Privathaftpflichtversicherung – die wichtigste Versicherung überhaupt

Wer jemand anderem einen Schaden zufügt, muss dafür geradestehen. Vielleicht hast du diese Erfahrung in deinem Leben schon einmal gemacht. Als Erwachsener kann das schnell den finanziellen Ruin bedeuten. Die erste Versicherung, die du deshalb abschließen solltest, ist eine Privathaftpflichtversicherung. Prüfe jedoch vorab, ob du während deiner Ausbildung noch bei deinen Eltern versichert bist! In der Regel ist ein Kind bis zum Ende seiner ersten Berufsausbildung mitversichert. Viele Versicherungen knüpfen daran aber das Bestehen einer Haushaltsgemeinschaft. Das heißt, du musst im Haushalt deiner Eltern leben, um Versicherungsschutz zu genießen. Ziehst du für deine Ausbildung in eine andere Stadt, kann dieser also hinfällig sein und du musst einen eigenen Vertrag abschließen.

Bist du über deine Eltern abgesichert, solltest du schauen, ob der Versicherungsschutz ausreichend ist. Schäden, die du an deiner Arbeitsstelle verursachst, sind üblicherweise von den Leistungen der Privathaftpflichtversicherung ausgeschlossen. Verfügst du über einen eigenen Schlüssel für das Betriebsgelände, gehst vor Arbeitsbeginn dorthin und richtest einen Schaden an einer Maschine oder ähnliches an, zahlt die Versicherung also nicht. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob dein guter Wille dahintersteckte und der Schaden versehentlich, absichtlich oder aus Fahrlässigkeit geschah.

Handelt es sich bei dem Vertrag deiner Eltern um einen älteren Vertrag, wäre allgemein zu überprüfen, ob dieser den heutigen Anforderungen noch standhält. Die Versicherungssumme sollte mindestens 3 Millionen Euro betragen, besser sind 5 Millionen oder 10 Millionen Euro. Sind gewisse Risiken nicht eingeschlossen, ist eventuell ein nachträglicher Einschluss möglich. Hier wollen wir noch einmal auf den im vorgenannten Absatz genannten Schlüssel zurückkommen. Das Verlieren von fremden und privaten Schlüsseln kann über die Privathaftpflichtversicherung abgesichert werden. Steht nichts dazu in den Versicherungsbedingungen, empfehlen sich eine Nachfrage bei der Versicherung und ein nachträglicher Einschluss, soweit machbar und gewünscht.

Die private Unfallversicherung – notwendig oder nicht?

Eine private Unfallversicherung ist eine personenbezogene Versicherung. Das heißt, wer als versicherte Person namentlich in der Police auftaucht, ist abgesichert. Haben deine Eltern eine private Unfallversicherung für dich abgeschlossen, ist dies meist zu einem günstigeren Kindertarif erfolgt. Eventuell wurde der Vertrag bereits auf den Erwachsenentarif umgestellt, als du ein bestimmtes Lebensalter erreicht hast.

Mit dem Eintritt in das Berufsleben ändert sich die Sachlage in der Unfallversicherung grundlegend, weshalb du bei Bestehen einer solchen am besten zeitnah Kontakt mit der Versicherung aufnehmen solltest. Auf die Höhe des Beitrags und den Versicherungsschutz hat die ausgeübte Tätigkeit einen großen Einfluss. Daher ist es empfehlenswert, sich ausführlich über die veränderten Bedingungen bei der Unfallversicherung zu informieren und den Versicherungsschutz auf deine Bedürfnisse anzupassen.

Wenn noch keine private Unfallversicherung besteht

In dem Falle solltest du dir überlegen, ob du unbedingt eine private Unfallversicherung benötigst oder stattdessen lieber eine Berufsunfähigkeitsversicherung wählst. Die Berufsunfähigkeitsversicherung leistet, wenn dir aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls die Ausübung deines Berufs dauerhaft oder vorübergehend nicht möglich ist. Sie bietet demzufolge einen umfassenderen Schutz als die private Unfallversicherung, die ausschließlich bei Unfällen zahlt.

Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung gibt es enorme Unterschiede. Junge, gesunde Versicherungsnehmer werden oftmals mit niedrigeren Beiträgen „belohnt“. Liegt bereits eine Erkrankung vor, kann das zu höheren Beiträgen oder gar zu einer Nichtannahme deines Versicherungsantrags führen. Hier könnte sich dann unter Umständen doch der Abschluss einer privaten Unfallversicherung lohnen, um überhaupt einen Versicherungsschutz zu haben. Auf die Höhe des Beitrags haben bei der Berufsunfähigkeitsversicherung viele Faktoren einen Einfluss, das mit dem Beruf verbundene Risiko zum Beispiel, das Alter des Versicherungsnehmers, die Höhe der BU-Rente und die Laufzeit des Vertrags.

Wichtig zu wissen! Zum 1. Januar 2017 tritt bezüglich der Berufsunfähigkeitsversicherungen eine neue Gesetzgebung in Kraft. Das wird sich ebenfalls auf die Beiträge auswirken. Jene werden voraussichtlich ab dem nächsten Jahr deutlich steigen. Interessierst du dich für eine Berufsunfähigkeitsversicherung, solltest du dich noch in diesem Jahr informieren und ggf. einen Vertrag abschließen.

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