Sterbegeldversicherung: Rahmenbedingungen beachten

Sterbegeldversicherung Vergleich Der Abschluss eine Sterbegeldversicherung lohnt sich nur unter Beachtung bestimmter Rahmenbedingungen. Werden diese ignoriert, kann es bei persönlichen finanziellen Engpässen schnell zum Verlust der eigentlich erwarteten Leistungen kommen.

Normalerweise wird eine Sterbegeldversicherung abgeschlossen, um die heute nicht unerheblichen Beerdigungskosten abzudecken. Denn seit 2004 gibt es kein Sterbegeld mehr von den gesetzlichen Krankenkassen.

Damit die Angehörigen des Verstorbenen die Kosten nicht allein tragen müssen, schließen viele Menschen gerade im fortgeschrittenen Alter eine Sterbegeldversicherung ab. Produkte in hoher Vielfalt sind deshalb in den letzten Jahren am Versicherungsmarkt entstanden.Die Anbieter werben dabei meist mit solchen Slogans wie „keine Gesundheitsprüfung notwendig“, „individuelle Anpassung der gewünschten Versicherungssumme und der Beiträge“, „zusätzliche Leistungen durch Überschussbeträge der Versicherung“ und „sofortige Auszahlung der Versicherungssumme auch bei Unfalltod“.

Sicher kann eine Sterbegeldversicherung sinnvoll sein, wenn monatlich nur geringe Beiträge gezahlt werden müssen, die das Budget des Versicherten nur wenig belasten. Aber man sollte sich darüber klar werden, dass man hier im Grunde genommen eine Art Lebensversicherung abschließt, die unter gewissen Umständen als Vermögen angesehen wird. Gerät der Versicherte nun in eine finanzielle Notlage, so kann die Sterbegeldversicherung gepfändet oder als Vermögen einem Hartz IV-Empfänger angelastet werden.

Aktuelle Gerichtsurteile verhindern jedoch die Möglichkeiten der Pfändung, wenn die Versicherungssumme 3.579,00 Euro nicht übersteigt. Diesen Wert ermittelten die Richter als Durchschnittswert einer Bestattung. Nicht ganz klar ist jedoch, ob bei höheren Versicherungssummen die gesamte Versicherung gepfändet werden kann oder nur der Differenzbetrag zwischen der Versicherungssumme und jenen ermittelten 3.579,00 Euro. Nicht so gut sieht es bei Empfängern von Hartz IV-Leistungen aus. Diese müssen unter Umständen ihre Sterbegeldversicherung verkaufen, was meist mit erheblichen Verlusten verbunden ist. Besser ist es deshalb, eine solche Versicherung zu Gunsten eines engen Angehörigen abzuschließen, der (höchstwahrscheinlich) nicht in eine finanzielle Notsituation kommen wird und dann die Kosten der Beerdigung übernimmt.

Zurück

Ähnliche Artikel
Nicht ohne private Unfallversicherung in die Motorradsaison starten!
Pünktlich zum Beginn der Motorradsaison empfehlen Experten eine private Unfallversicherung, denn gerade bei Motorradfahrern ist die Gefahr eines Unfalls sehr hoch. Vor kurzem sind viele in die …

weiterlesen »

Private Unfallversicherung: Schadensmeldung ist für Zahlung der Invaliditätsleistung ausreichend
Um die Invaliditätsleistung aus einer privaten Unfallversicherung in Anspruch zu nehmen, reicht eine Schadensmeldung durch den Versicherungsnehmer aus, entschied das OLG Hamburg. Jahrelang schwelte …

weiterlesen »

Private Unfallversicherung muss auch zahlen, wenn Unfall nicht Schadensereignis war
Der BGH (Bundesgerichtshof) befasste sich mit der Leistungspflicht der privaten Unfallversicherung. Demnach muss diese nun auch zahlen, wenn der Unfall nicht ursächlich für den Schaden war. Bis zur …

weiterlesen »