Was ist ein Firmenvertragsrechtsschutz und für wen ist er sinnvoll?

Ein Firmenvertragsrechtsschutz ist eine spezialisierte Erweiterung der Rechtsschutzversicherung und ist sinnvoll für alle Unternehmen, die vor den finanziellen Risiken rechtlicher Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit geschäftlichen Verträgen geschützt sein wollen.

Diese Versicherungsform übernimmt die Kosten für Anwalts- und Gerichtsgebühren, wenn es zu Streitigkeiten über vertragliche Vereinbarungen kommt – sei es mit Lieferanten, Kunden, Dienstleistern oder Geschäftspartnern.

Wer diesen Firmenvertragsrechtsschutz abschließen sollte, welche Besonderheiten dabei zu beachten sind und welche Unterschiede es zum Nebenvertragsrechtsschutz gibt, erläutern wir in diesem Beitrag ausführlich.

Firmenrechtsschutzversicherung Vergleich

Welche Unternehmen sollten den Firmenvertragsrechtsschutz versichern?

Besonders Unternehmen mit intensivem Vertragsgeschäft profitieren von der Absicherung, da bereits ein einziger Rechtsstreit schnell fünfstellige Kosten verursachen kann. Dazu gehören insbesondere:

  • Handwerksbetriebe, die Material bei wechselnden Lieferanten bestellen
  • Einzelhändler und Onlinehändler mit vielfältigen Lieferantenbeziehungen
  • Dienstleistungsunternehmen, die komplexe Kundenverträge bearbeiten
  • Gewerbetreibende mit häufigem Liefer- und Leistungsaustausch
  • Freiberufler mit umfangreichem Auftragsvolumen

Je mehr Vertragspartner ein Unternehmen hat und je höher die einzelnen Vertragssummen sind, desto wichtiger wird der Versicherungsschutz.

Einbindung in den Firmenrechtsschutz nur auf Wunsch

Im privaten Bereich ist der Vertragsrechtsschutz bei den meisten Privatrechtsschutz-Verträgen kostenfrei eingeschlossen. Privatpersonen können damit Streitigkeiten aus Kaufverträgen, Dienstleistungsverträgen oder anderen privaten Vereinbarungen absichern, ohne dafür extra zahlen zu müssen.

Diese Regelung gilt jedoch nicht für gewerbliche Verträge. Der Firmenvertragsrechtsschutz ist in der Regel nicht automatisch in der normalen Firmenrechtsschutzversicherung enthalten. Stattdessen muss er gegen einen Mehrbeitrag zusätzlich eingeschlossen werden.

Die Höhe des Zuschlags richtet sich nach manchen Faktoren:

  • Branche und Tätigkeitsfeld des Unternehmens
  • Unternehmensgröße
  • Frühere Leistungsfälle

Unternehmen in Branchen mit geringem Streitpotenzial erhalten günstigere Konditionen, während Betriebe in konfliktträchtigen Bereichen mit höheren Prämien rechnen müssen.

Kostenfreier Einschluss für Heilberufe

Eine wichtige Ausnahme vom Grundsatz der zusätzlichen Versicherung bilden Heilberufe wie Ärzte, Zahnärzte und Apotheker. Bei diesen Berufsgruppen ist der Firmenvertragsrechtsschutz meistens kostenfrei im Versicherungspaket enthalten. Dies liegt am geringeren Streitrisiko dieser Berufe im Vertragsbereich. Weitere Informationen zur Rechtsschutzversicherung für Ärzte finden Sie auf unserer Spezialseite.

Warum ist der Firmenvertragsrechtsschutz nicht für alle verfügbar?

Aufgrund des hohen Kostenrisikos für Versicherer ist der Firmenvertragsrechtsschutz nicht für jeden Beruf oder jede Tätigkeit verfügbar. Versicherungsunternehmen prüfen genau, welche Branchen sie absichern möchten. Besonders risikoreiche Bereiche mit häufigen Vertragsstreitigkeiten oder hohen Streitwerten werden entweder gar nicht versichert oder nur zu deutlich erhöhten Beiträgen.

Wichtiger Unterschied: Firmenvertragsrechtsschutz vs. Nebenvertragsrechtsschutz

Ein häufiges Missverständnis betrifft die Abgrenzung zwischen Firmenvertragsrechtsschutz und Nebenvertragsrechtsschutz (auch Rechtsschutz für Hilfsgeschäfte genannt). Dieser Unterschied ist entscheidend für den Versicherungsschutz:

Firmenvertragsrechtsschutz

Deckt Streitigkeiten aus dem Kerngeschäft des Unternehmens ab. Dazu zählen alle Verträge, die unmittelbar mit der Geschäftstätigkeit zusammenhängen:

  • Lieferverträge mit Warenlieferanten
  • Kundenverträge über verkaufte Produkte oder Dienstleistungen
  • Werkverträge und Dienstleistungsvereinbarungen
  • Verträge mit Subunternehmern im operativen Geschäft

Nebenvertragsrechtsschutz (Rechtsschutz für Hilfsgeschäfte)

Ist in manchen Firmenrechtsschutz-Verträgen auch ohne besondere Vereinbarung bereits enthalten oder gegen geringen Zuschlag mit versicherbar. Diese Komponente bezieht sich auf Verträge, die nicht zum eigentlichen Geschäftszweck gehören, sondern den Betrieb lediglich unterstützen:

  • Verträge mit Energieversorgern (Strom, Gas, Wasser)
  • Telekommunikations- und Internetverträge
  • Leasingverträge für Geschäftsfahrzeuge oder Kopierer/Drucker
  • Verträge über Büroausstattung
  • Gemietete Arbeitskleidung

Der Nebenvertragsrechtsschutz sichert also die „Hilfsgeschäfte" ab, die jedes Unternehmen unabhängig von seiner Branche benötigt. Diese Absicherung ist im Firmenrechtsschutz deutlich günstiger, da das Risiko für den Versicherer überschaubar und unabhängig von der Branche des Kunden ist.

Fazit: Wann lohnt sich der Firmenvertragsrechtsschutz?

Der Firmenvertragsrechtsschutz ist eine sinnvolle Investition für Unternehmen mit regelmäßigem und umfangreichem Vertragsgeschäft. Die Kosten eines einzelnen Rechtsstreits können schnell existenzbedrohend werden, weshalb der Versicherungsbeitrag oft gut angelegt ist. Vor dem Abschluss sollten Unternehmer prüfen, ob ihre Branche überhaupt versicherbar ist und zu welchen Konditionen. Ein Vergleich verschiedener Anbieter lohnt sich, da die Beiträge und Leistungen erheblich variieren können.

Wichtig ist auch, den Unterschied zwischen Firmenvertragsrechtsschutz und Nebenvertragsrechtsschutz zu kennen, um im Schadensfall keine bösen Überraschungen zu erleben. Unsere fachkundige Beratung hilft dabei, den passenden Versicherungsschutz für die individuellen Bedürfnisse Ihres Unternehmens zu finden.

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