Zahlt die private Unfallversicherung beim Tod nach allergischer Reaktion?

Unfallversicherung Vergleich Eine private Unfallversicherung wird abgeschlossen, damit man sich und seine Familienangehörigen gegen die finanziellen Folgen eines Unfalls absichert.

Die private Unfallversicherung kommt allerdings nur für Schäden auf, die durch ein unvorhersehbares Ereignis hervorgerufen werden, welche von außen auf den Körper einwirkt. Aber welches Ereignis wirkt tatsächlich von außen ein? Hier scheiden sich die „Geister“.

Immer wieder führt die Definition zum Streit. Ein Beispiel dafür ist die allergische Reaktion. Ein Allergiker weiß in der Regel, wenn er sich einer Gefahr aussetzt. Aber eben nicht immer. Nicht jede Substanz wird wissentlich aufgenommen. Ein solcher Fall wurde kürzlich vom Oberlandesgericht München entschieden.

Im verhandelten Fall ging es um ein besonders tragisches Ereignis. Ein geistig behindertes minderjähriges Mädchen, das zudem noch auf bestimmte Lebensmittel allergisch reagierte, war nach dem Genuss von Schokolade verstorben. Auslöser der extremen allergischen Reaktion waren die in der Schokolade enthaltenen Nüsse. Die Mutter des Mädchens forderte nun von der Unfallversicherung Schadensersatz, den diese jedoch ablehnte. Die Mutter klagte gegen die Versicherungsgesellschaft. Nach einem lange andauernden Rechtsstreit urteilte nun vorgenanntes Oberlandesgericht zu Gunsten der Klägerin.

Vorliegender Fall könne als Unfall angesehen werden. Die nusshaltige Schokolade hätte von außen auf die Mundschleimhaut eingewirkt und damit die allergische Reaktion ausgelöst. Die Tatsache, dass der Körper grundsätzlich allergisch auf die Aufnahme der eingenommenen Substanz reagieren könne, sei nicht für die Entbindung der Versicherung von der Leistungspflicht maßgebend. Eine allergische Reaktion, wie sie im konkreten Fall ablief, sei nicht als Krankheit zu bewerten.

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