Progression

 

Lexikon zur

Unfallversicherung

 

 

Unter Progression versteht der Unfallversicherer einen überproportionalen Anstieg der Versicherungsleistung bei hohen Invaliditätsgraden. Die Progression ist eine sehr sinnvolle Möglichkeit, auch bei eher niedrigen Invaliditäts-Grundsummen zu einer Leistung zu kommen, die im Fall der Vollinvalidität hoch genug ist, um einmaligen Aufwand und gegebenenfalls auch laufende Einkommensverluste auszugleichen. Glücklicherweise sind so schwere Unfälle selten. Deshalb kostet die Progression auch kaum Mehrbeitrag, und Sie sparen durch die niedrige Grundsumme.

Mit einer vergleichsweise kleinen Grundsumme, zum Beispiel 100.000 Euro, bekommen Sie bei Verletzungen, die Sie nur geringfügig beeinträchtigen, wie dem Verlust eines Fingers (nicht Daumen oder Zeigefinger) trotzdem einen angemessenen Betrag. Bei einer hundertprozentigen Invalidität sind 100.000 Euro aber nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein. Hier hilft die Progression.

Vielfache Leistung mit der richtigen Progression

Die Progressionsstaffeln sind je nach Versicherer unterschiedlich. Ältere Staffeln enden schon bei 225 %, aber das ist einer schweren Verletzung nicht angemessen. 500-1000 % Progression sind heute marktüblich. Aber selbst wenn der Höchstwert 1000 % lautet, können die Verläufe bis zur Obergrenze sehr unterschiedlich sein.

Dazu ein Beispiel: Versichert ist jeweils eine Invaliditäts-Grundsumme von 100.000 Euro. Bei beiden Verträgen gilt eine Progression von 1000 %. Bei Vollinvalidität wird also die zehnfache Summe fällig, das sind 1 Million Euro. Wie sieht es aus zum Beispiel bei Verlust oder Gebrauchsunfähigkeit eines Unterarms, der nach der Gliedertaxe mit 70 % bewertet wird? Bei einer einfachen Progression bis 1.000 % entsprechen 70 % Invaliditätsgrad einer Entschädigung von 200 % – der Versicherte würde also 200.000 Euro erhalten. Bei einer verbesserten Progression, oft als 1000 % Plus bezeichnet, wären es schon 290 %, also 290.000 Euro.

In besonders guten Verträgen wird die höhere Progression mit einer verbesserten Gliedertaxe kombiniert. Darin wird der Unterarm mit 80 % statt 70 % Invaliditätsgrad bewertet. Dem entspricht nach der Progressionsstaffel eine Leistung von 380 % = 380.000 Euro. Es gibt sogar Verträge, die ab 80 % bereits die maximale Leistung von 1000 % auszahlen. Gerne beraten wir sie über das beste Preis-Leistungs-Verhältnis.

Grundsätzlich ist aber die Höhe der Progression kein Leistungsmerkmal! Aktuell ist eine Progression von 350 oder 500 % die sinnvollste Lösung im Bezug auf Beitrag und Leistung.

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